Die IBB Minsk hat der Lösung von Umweltproblemen stets große Bedeutung zugemessen. Über Arbeitsgruppen, die sich mit Fragen der alternativen Energieversorgung und -einsparung beschäftigten, sowie durch zahlreiche Bildungsseminare im Bereich Umweltschutz hat sie in den vergangenen Jahren einen spürbaren Beitrag zu der Entwicklung des ökologischen Bewusstseins der belarussischen Bürger geleistet.
Zu einem wichtigen Ereignis in der Weiterentwicklung der ökologischen Tätigkeit der IBB „Johannes Rau” Minsk wurde der Besuch des Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Alfred Buß anlässlich des im Juli 2006 durchgeführten „Tags der Bewahrung der Schöpfung“. Im Rahmen eines öffentlichen Dialogs mit Metropolit Filaret stellte Präses Buß die Aktion „Grüner Hahn“ der deutschen Evangelischen Kirche vor, in der sich kirchliche Einrichtungen zur Einführung eines Umweltmanagementsystems verpflichten, um ihrer Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung praktisch gerecht zu werden.
Angeregt durch den „Grünen Hahn“ initiierte die IBB Minsk das belarussisch-deutsche Projekt „Entwicklung eines einheitlichen Zertifizierungsverfahren im Bereich Umweltmanagement für soziale, kirchliche und Bildungseinrichtungen in der Republik Belarus“ (November 2007 – Oktober 2008), um erstmalig in Belarus ein Umweltmanagementsystem für nichtgewinnorientierte Einrichtungen einzuführen. Im Rahmen dieses Projekts definierte die IBB Minsk die Leitlinien ihrer Umweltpolitik, führte einen umfassenden Audit der mit ihrer Geschäftstätigkeit verbundenen Umwelteinwirkungen durch und erarbeitete ein Umweltmanagementprogramm für die Jahre 2009 bis 2011. Auf dieser Grundlage wurde die IBB Minsk am 28. Oktober 2008 durch zwei deutsche Experten der Aktion „Grüner Hahn“ überprüft. Diese bestätigten, dass die IBB die Anforderungen des Standards des Europäischen Umweltmanagementsystems EMAS II erfüllt.
Gleichzeitig unterzog sich die IBB Minsk gemeinsam mit dem Kinderzentrum Nadeshda der Zertifizierung durch belarussische Experten nach dem internationalen Managementstandard ISO 14001. Am 24. Dezember 2008 wurde der IBB Minsk durch das belarussische Umweltministerium und den Staatsausschuss für Standartisierung als erster Bildungseinrichtung mit einem Hotel- und Restaurantbetrieb in Belarus das entsprechende "Ökologische Zertifikat" überreicht, das im Register des Nationalsystems des Übereinstimmungsnachweises der Republik Belarus eingetragen ist. Dieses ökologische Zertifikat bestätigt, dass das System des Umweltmanagements für die Durchführung von Bildungsprogrammen, Restaurant- und Hoteldienstleistungen, des technischen Betriebs von vermieteten Immobilien den Forderungen der STB ISO 14001-2005 entspricht.
Das ökologische Zertifikat
Hier kann man den Bericht über das Funktionieren des Umweltmanagementsystems finden
und die Anleitung zum Umweltmanagement
Als Ergebnis des Projekts „Umweltmanagement für soziale und Bildungseinrichtungen“ des Standards EMAS wurde zusätzlich das Emblem „weißer Storch“ eingeführt, das in Zukunft analog zum „Grünen Hahn“ alle nichtgewinnorientierten Einrichtungen in Belarus vereinen soll, die das Umweltmanagementsystem nach Kriterien von ISO 14001 und EMAS II einführen. Eine der wichtigen Bedingungen dabei ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit der daran beteiligten Einrichtungen zu allen Fragen des Umweltmanagements, damit sie auf solche Weise ein reales Vorbild für ihre Zielgruppen sind.
Das Umweltmanagementsystem ist somit nicht nur auf die Einsparung der Energieressourcen und somit der finanziellen Ressourcen gerichtet. Sein Hauptziel ist vielmehr, negative Umweltauswirkungen konsequent zu verringern und damit die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter und Zielgruppen zu verbessern. Indirekt sollen dadurch auch die Motivation der Mitarbeiter und das öffentliche Ansehen der IBB Minsk gesteigert werden.
Die wichtigsten Aufgaben der IBB Minsk im Rahmen des Umweltmanagementsystems sind:
• Reduzierung des Stromverbrauchs. Mit diesem Ziel wurden in vielen Räumen Vorrichtungen (Timer, bewegungsempfindliche Sensoren u.a.) installiert, die die automatische Ein- und Ausschaltung des elektrischen Lichtes steuern. Die Anzahl der installierten energiesparender Lampen nimmt zu.
• wirtschaftlicher Wärmeenergieverbrauch, der durch rationelle Arbeitsabläufe der Wärmeverteilungsstellen erzielt wird, die mithilfe von Außentemperatur¬sensoren bestimmt werden sowie durch die Einstellung der Temperatur in den Büroräumen mithilfe von Thermostaten auf den Heizkörpern.
• kontrollierte Emissionen in die Atmosphäre. Dafür wurde ein ökologischer Pass erarbeitet, der Bestand aufgenommen, die Normative der Emissionsentstehung abgestimmt. Die positive Dynamik zur Senkung des Verbrauches der Heizgasmenge und Senkung der Emissionen wird durch den sparsamen Betriebszustand des Kessels sowie dank der möglichen Einstellung von den Thermostaten auf den Heizkörpern erreicht.
• Abfalltrennung. Für die Sammlung und zeitliche Lagerung der Abfälle sind auf dem Grundstück der IBB “Johannes Rau” Minsk zwei speziell ausgestattete Plätze bestimmt, wo sich 5 Abfallbehälter befinden. Getrennt gesammelt werden Papier, Glas (nach Farbe sortiert), Plastik und Restmüll.
Im Jahre 2008 ist im Vergleich zum Jahr 2007 das Volumen der sekundären materiellen Ressourcen gestiegen, die zur Wiederverarbeitung abgegeben werden. So erhöhte sich das Volumen der Papierabfälle um 77%, der PET-Verpackungen um 80%, der Glasbruch um 36 Male. Leider werden in Belarus andere Abfallarten, so wie benutzte Batterien, Tetra-Pak-Verpackung u.a., noch nicht wiederverarbeitet.
Jedes Jahr sinkt der Verbrauch des Erdgases für die Heizung des administrativen Gebäudes. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist der Ausstoß umweltschädlicher Stoffe in 2008 um das 6fache gesunken.
Diese Ergebnisse sind möglich, weil genaue Zuständigkeiten der Mitarbeiter für einzelne Elemente des Umweltmanagementsystems festgelegt sind und eine regelmäßige interne Fortbildung der Mitarbeiter zu Umweltfragen gewährleistet wird.
Die Einführung des Umweltmanagementsystems im eigenen Haus ist ein Zeichen dafür, dass die IBB die in der eigenen Bildungsarbeit propagierten Werte auch in ihrer eigenen praktischen Tätigkeit berücksichtigt und anwendet. Auf diese Weite möchte die IBB Minsk, eine Vorbildfunktion für ihre Gäste und Kunden ausüben und diese einladen, einen eigenen Beitrag zur Entwicklung des umweltbewussten Verhalten in unseren Gesellschaften zu leisten.
Oleg Bogun, Umweltbeauftragter
Tel.: + 375 17 270 50 72
Umweltmanagement


