Aktuelles
29.04.2010 Grußwort von Herrn Werner Jostmeier MdL, Vorsitzender des Hauptausschusses im Landtag Nordrhein-Westfalen

 

anlässlich der Veranstaltung

„Zukunftswerkstatt Minsk – eine Brücke für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ in Minsk am Dienstag, den 27.04.2010



Sehr geehrter Herr Junge-Wentrup,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 26. April 2011 jährt sich der schreckliche Atom-Gau in Tschernobyl zum 25. Mal. 23 Prozent des weißrussischen Territoriums wurden dabei mit radioaktiven Isotopen verstrahlt, über 400 Dörfer und Städte evakuiert und etwa 135.00 Menschen in nicht-kontaminierte Gebiete des Landes umgesiedelt. Viele Menschen starben oder wurden so stark verstrahlt, dass sie noch heute unter den Langzeitfolgen leiden.

Der Gau in Tschernobyl führte zu einer weltweiten Diskussion über die Nutzung der Kernkraft und leitete einen wissenschaftlichen und technologischen Prozess zur Verbesserung der Sicherheit von Kernkraftwerken ein. Es entwickelten sich ein Dialog  und eine Zusammenarbeit zwischen den damals noch in einem Spannungs-verhältnis lebenden Blöcken des Ostens und des Westens. Insbesondere aber lenkte die Katastrophe den Blick darauf, den Energieverbrauch zu begrenzen und alter-native Energien zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund freut es mich sehr, dass heute in Minsk das erste Passivhaus in Osteuropa, die "Zukunftswerkstatt Minsk", vorgestellt wird, ein Haus, das seinen Energiebedarf weitgehend aus natürlichen Quellen decken wird.

Das Projekt begeistert zudem durch die geplante multifunktionale Nutzung

•    als Ausstellungs- und Demonstrationszentrum für Energieeffizienz und erneuerbare Energien,
•    als gesamteuropäischer Erinnerungsort und Dokumentationszentrum "Tschernobyl" sowie
•    als Konferenz- und Bürogebäude.

Hervorzuheben ist das Engagement der weißrussischen Regierung, die die "Zukunftswerkstatt" mit Priorität gegenüber der EU-Kommission vertritt.

Die Bemühungen, die "Zukunftswerkstatt" aus Mittel der östlichen Partnerschaft kozufinanzieren, werde ich als Mitglied im Ausschuss der Regionen der EU mit allen mir möglichen Mitteln unterstützen. Erste Kontakte zum Ständigen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union sind bereits hergestellt.

Ich wünsche der "Zukunftswerkstatt Minsk" die baldige Grundsteinlegung, eine breite Öffentlichkeit sowie den verdienten Erfolg.

Ihr Werner Jostmeier