Aktuelles
03.05.2010 Grusswort des 1. stellvertretenden Ministerpräsidenten der Republik Belarus W.Semaschko

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Platzeck!

Sehr geehrte Teilnehmer der internationalen Konferenz
„Zukunftswerkstatt Minsk – eine Brücke für Energieeffizienz und erneuerbare Energien“!

Die heutige Konferenz ist einem sehr aktuellen und bedeutungsvollen Problem gewidmet, das in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung sowohl in postindustriellen als auch in Entwicklungsländern bestimmen wird. Angesichts der zu erwartenden Knappheit an traditionellen Energiequellen und der enorm steigenden Preise auf den Weltmärkten bleibt nur ein einziger Ausweg für die heutige Zivilisation, und zwar – Sicherung der maximalen Energieeffizienz und umfassende Nutzung von erneuerbaren Energien.     

Die Republik Belarus hat diese Tendenzen rechtzeitig erkannt und investiert heute beträchtliche Mittel in die Energieersparnis. Wurden 2002 für entsprechende Programme nur 91,3 Mio. US-Dollar bereitgestellt, so beliefen sich die Mittel in 2008 und 2009 auf mehr als 1 Milliarde US-Dollar, inklusive die Unterstützung der erneuerbaren Energien.      

Die Direktive Nr. 3 des Präsidenten der Republik Belarus „Einsparung und Sparsamkeit als Hauptfaktoren der wirtschaftlichen Sicherheit des Staates“ vom 14. Juni 2007 bestimmt die Energieersparnis als Schwerpunkt der wirtschaftlichen Sicherheit des Landes neben der Nutzung von einheimischen Energieressourcen, deren Anteil an der Brennstoffverwendung für Erzeugung der Wärme- und Stromenergie bis zum Jahr 2012 25% ausmachen soll.  

Für die Republik Belarus sind die Fragen der Energieersparnis, Nutzung von einheimischen Brennstoffarten und erneuerbaren Energien, besonders angesichts der Preissteigerung für traditionelle Importenergieträger, die in der Energiebilanz des Landes mehr als 80% ausmachen von entscheidender Bedeutung. Wir hoffen, dass mit der Beteiligung der Republik Belarus an der EU-Initiative „Östliche Partnerschaft“ und insbesondere an der 3. Plattform „Energiesicherheit“ sich zusätzliche Möglichkeiten zur Erhöhung der Energieeffizienz und Einführung von erneuerbaren Energien in unserem Land ergeben.    

In dieser Hinsicht muss man die Entscheidung der IBB „Johannes Rau“ Minsk über den Bau der Zukunftswerkstatt auf ihrem Gelände hervorheben, die zu einem einzigartigen Informations- und Beratungszentrum in Fragen der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wird sowie die Weitergabe und Einführung von Know-how in Belarus fördern soll. Deswegen beschloss die belarussische Regierung, das Projekt zu unterstützen und es in die Liste der Prioritätsrichtungen im Rahmen der Energie-Plattform der EU-Initiative „Östliche Partnerschaft“ aufzunehmen.        

Wir bedanken uns bei dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Brandenburg Matthias Platzeck, der gleichzeitig einer der Kuratoren der IBB „Johannes Rau“ Minsk ist, für seine aktive politische Unterstützung des Projektes in den EU-Strukturen. Diese Position des Bundeslandes ist kein Zufall: In 2008 wurde dieses Land mit der Prämie „Leitstern-2008“ für erfolgreiche Einführung von energiesparenden Technologien und erneuerbaren Energien, Sicherung der günstigen Rahmenbedingungen für nachhaltige Energieversorgung im Bundesland ausgezeichnet. Auf solche Weise zeigt das Land Brandenburg, dass das anspruchsvolle Vorhaben der EU-Länder, bis zum Jahr 2020 die Emission der Treibhausgase um 20% zu reduzieren, real ist.  

Die Republik Belarus verfolgt ähnliche Ziele und richtet sich bei Realisierung dieser Ideen nach progressiven europäischen Erfahrungen. Zu diesem Zweck wurde am 22. April 2010 in Hannover auf dem Deutsch-Belarussischen Energieforum im Rahmen der Hannover-Messe eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Department für Energieeffizienz des Staatlichen Komitees für Standardisierung und der Deutschen Energie-Agentur (dena) unterschrieben.  

Heutzutage wird der Investitionsvertrag zwischen dem Exekutivkomitee Minsk und der Firma „Enertrag“ über den Bau eines Windparks mit der elektrischen Leistung bis zu 160 MW im Bezirk Derschinsk zur Unterzeichnung vorbereitet. Es werden von der Firma „TelDaFax“ Untersuchungsarbeiten zum Bau von 3 Biogasanlagen im Minsker Gebiet durchgeführt, es schreitet voran die Kooperation mit zahlreichen deutschen Firmen in den genannten Bereichen.  

Wir wissen, dass das Bundesland Brandenburg, das im Laufe von Jahrzehnten in stabilen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit der Republik Belarus steht, die heutzutage eine Renaissance erleben, über moderne Technologien verfügt, die es seinen belarussischen Kollegen anbieten kann.

Ich habe die feste Zuversicht, dass die Realisierung des europäischen Projektes „Zukunftswerkstatt“ lediglich den ersten, aber bedeutungsvollen Stein in der Brücke der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zwischen Osten und Westen wird.


Min freundlichen Grüßen,

der 1. stellvertretende Ministerpräsident
der Republik Belarus                                         W.Semaschko